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EINE TEILNEHMERIN BERICHTET über ein Training mit Studenten/Doktoranden:
Für Studierende ist die folgende Situation gar nicht fremd: Man steht vorne und soll ein Referat halten oder ein
Untersuchungsergebnis vortragen; das Herz pocht wild, die Hände werden ganz nass von Schweiß, finden überall keinen
geeigneten Platz und die vorbereitete Rede ist auf einmal weg, wie gelöscht. Man hat das Gefühl, unzählige Paar Augen starren
nach vorn und warten auf die Bewegung der Lippen und den ersten Tonfall aus der längst getrockneten Kehle. Oder man stelle sich
eine andere Situation vor: Bei einer Diskussionsrunde soll jemand moderieren, doch angesichts der großen
Meinungsverschiedenheiten unter den TeilnehmerInnen weiß er nicht, wie er die Sitzung dennoch zu einem Ende mit Ergebnissen führen
kann. Einige Methoden, solche Situationen gut zu bewältigen, habe ich in dem Seminar "Moderieren und Präsentieren"
in Bad Kreuznach, das von der HBS organisiert und von Dr. Karl-Heinz Geib geleitet und durchgeführt wurde, kennen gelernt und
mit anderen SeminarteilnehmerInnen in die Praxis umzusetzen versucht.
Es ging im Seminar nicht primär um die theoretische Vermittlung von vorgefertigten Praktiken, sondern vielmehr um eine
Bewusstmachung der jeweiligen Situation. Nach einer stichwortartigen Vororientierung bekamen wir die Aufgabe, eine konkrete
Situation selbst vorzubereiten und anschließend im Plenum vorzustellen. Die darauffolgende Bewertung durch uns selbst, die
ZuschauerInnen und den Seminarleiter half uns, den Vorgang zu reflektieren, unsere Stärken und Schwächen zu erkennen und die
Differenzen zwischen Eigen- und Fremdeinschätzung wahrzunehmen. Zugleich lernten wir verschiedene Techniken des Moderierens und
Präsentierens kennen, so die strategische Vorbereitung einer Diskussion, Möglichkeiten des Aufbaus einer Präsentation und der
Visualisierung der Inhalte sowie die dafür zur Verfügung stehenden technischen Mittel, etc.
Im Seminar erlebten wir ein gut durchorganisiertes Programm und wechselreiche Übungsstrategien.
Die letzte Übung war der Höhepunkt unseres Seminars: Jeder bereitete die Präsentation eines selbst gewählten Themas vor und
führte diese dann vor den anderen und der Videokamera durch. Wir waren erstaunt über unsere Phantasie, unsere Kreativität und
nicht zuletzt unseren Humor. Die Themen reichten von "Dreckschleuder", "Mineralwasserautomatik",
"Regenwürmer", "Tanzkunst" bis hin zu "Sprache", "Zeitphilosophie", "Universitätsreform"
und "Pflegeproblematik" ...
Die Videodokumentation eröffnete uns eine ungewohnte Perspektive: unsere von außen kaum wahrnehmbare Nervosität, unsere
unbewussten Handbewegungen, unsere für die eigene Ohren (entsetzlich) fremde Stimme ...
In der deutschen Hochschule steht man paradoxerweise zunehmend vor der folgende Alternative: Entweder kannst du was oder du
packst es nie. Ein Referat kommentarlos passieren zu lassen ist viel einfacher als sich kritisch mit ihm auseinander zusetzen.
Den Studierenden ist es selbst überlassen, wo und wie sie solche Kompetenz erwerben. Daher empfinde ich es als eine notwendige
Ergänzung, dass die Stiftung jährlich solche Seminare mit pädagogisch und didaktisch versiertem Fachpersonal veranstaltet.
Ich selbst habe viel dabei gelernt und bin dankbar für diese wertvolle Gelegenheit.
Sollte das Seminar das nächste Mal wieder in Bad Kreuznach stattfinden (...), so wäre der Bioweinbauer neben dem
Seminarprogramm eine empfehlenswerte Adresse für ein lustiges Beisammensein.
Frau Weiping H u a n g, Bonn
Moderation, Moderationsmethode,
Moderationstechnik
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